Paps so zu sehen und vorauszuahnen, wie es weitergeht scheint eher mit letzterem benannt zu werden.
Die nächsten Wochen werden in keinsterweise planbar sein und mein Terminkalender rinnt mir zwischen den Finger davon, löst sich auf. Absolut nichtig geworden.
Gerade zu nichts sinnvollem fähig. blockiert durch zig Gedanken. Die meisten gelten Papa.
Ich bin so froh, dass er nun auf der Palliativstation ist. Die sind alle so lieb und besorgt um die Menschen dort.
Ein Eiswürfel für ein kühlendes Getränk, eine tröstende , stützende Hand auf der Schulter, ein kleiner Handventilator, ein gekochte Griesbrei für den Appetit, der besonders leckere Orangensaft, der frei zur Verfügung steht.. Diese ganzen kleinen Dinge, die so unendlich wertvoll sind.
Nächste Woche wieder arbeiten. Das volle Programm. Ferienprogramm, neue Kinder, ......
"Wie", weiß ich noch gar nicht.
Das Murmelshooting, ein Hochzeitsshooting. ich hoffe, ich kann mich sammeln, konzentrieren, Abschalten und gute Bilder machen.
"Wo haben Sie denn irgendwo eine Stütze?", fragte mich der Psychologe, nachdem er Paps in einer Art Meditation zum Ausruhen gebracht hatte. Mir waren dabei die Tränen das Gesicht herab gelaufen und wir gingen in den Raum der Stille" um in Ruhe miteinander zu sprechen.
Sofort schossen mir mein Bruder, meine Freunde und Kollegen in den Kopf. Und - der Punkt ist neu - "Hm" und mußte unter den Tränen schon ein klitzekleinesbisschen lächeln, "ich habe seit ner Woche nen Freund".
Der Gedanke, all diese Menschen , um mich zu wissen tat verdammt gut in dem Moment.
Klingt komisch, ungewohnt, merkwürdig.
Aber es tut gut.
Das Beschnuppern tut gut, das Kennenlernen, das Zusammensein. Heute Nacht ist die erste Nacht, die wir seit vorletztem Samstag getrennt verbringen.
Das wird sich natürlich nach meinem Urlaub ändern.
Dafür begleite ich F. Ende der Woche auf Dienstreise nach HH. Ich freue mich Mike wiederzusehen und abends wollen wir ins Miniaturland, wo ich mich ebenfalls riesig drauf freue.
Die Gemeinsamkeiten (Ehrenamtlichkeit, Katzen, Fotografie, Tauchen, ...) bieten eine riesige Bandbreite für gemeinsames Erleben und Tun. Ich genieße den verbalen Austausch, die Gespräche, die bis in die Nacht gehen. Vor ein paar Tagen habe ich ihm erst Backgammon beigebracht und nach nur 3 Spielen ist er ein ernstzunehmender Gegner. Die abendlichen Partien dauern stundenlang und folgen einem Abendsessen, was uns beide auf Kalorien achten lässt. Wir haben beide den Pfunden den Kampf angesagt.
Ich freue mich auf das was ist und das was kommen wird. Schön, dass du da bist F.
Besuche auf der Vogelburg sind Sonntags vielleicht weniger zu empfehlen. Es war proppevoll. Interessenat war aber,dass der Stammbesucher vom letzden Mal da war. Wir kamen mit ihm ins Gespräch und was er zu erzählen hatte, war superinteressant. Er spielte und balgte mit einem großen Ara, wo F. und ich wirklich Respekt vor hatten.
Ich beschrieb ihm "Bäh" und das "Brathünchen" Jacco und er erkannte beide sogar. Jacco ist letzdes Jahr gestorben, Bäh ist verlegt worden, wohin wüßte er aber leider auch nicht.
Wir begleiteten ihn immerwieder stückweise und lauschten ihm sowohl interessiert, als auch das wir gebannt zuschauten, wie die Vögel auf ihn reagierten und agierten. Den bunten
Loris gab er was zu trinken und zeigte uns damit, wie sie trinken: Die Zunge kann sich beim Trinken an der Spitze aufspalten, wie ein Pinsel. Das tun sie, um den Nektar aus den Blüten zu bekommen. Sehr süß, dieses kleine Wunder der Natur beobachten zu können.
An dieser Stelle ein lieber Knuddler an Feuerseele ;-)
Man muß in seinem Urlaub nicht zwingend wegfahren, um was zu erleben. Über Langeweile kann ich wirklich nicht klagen.
Schön, das F. in mein Leben getreten ist. Seid dem Umzug von unserem gemeinsamen Freund haben wir uns jeden Tag gesehen und wir genießen die gemeinsamen Stunden.
Die Stunden sind dann irgendwie der Ausgleich für die Stunden am Vormittag, die sich um Paps drehen.
Da derzeit kein Platz auf der Palliativ ist, wurde er vorerst Stationär aufgenommen. Dort ist natürlich ein ganz anderen räumliches und personelles Kontingent, was irgendwie frustrierend ist.
Fragen tauchen in unseren Köpfen auf, und es ist nicht vermeidbar, das einer von uns beiden die tränen in den Augen hat.
Heute war es definitiv viel, was sich da löste und ich verkroch mich eine ganze weile ins Treppenhaus.
Eine herzensgute Schwester setzte sich zu mir sprach mit mir, hörte mir zu und gab mir Trost. Das tat unendlich gut und ich war dankbar für ihre Zeit.
Zeit und Personal, was im Krankenhaus so kostbar ist, wird mir auch im Alltag immer bewußter, um seinen Stellenwert.
Mit einmal ging das Licht im Raum aus und schaltete auf Dimmerbeleuchtung. Der Zugang war gelegt und die Aufregung , inklusive Puls stieg, doch da wirkte schon das Beruhigunsmittel. Jeverpils hielt die Hand. Dann war alles gut.
Für 30 € Eigenanteil bekam ich die gewünschte Sedierung. Tolles Zeug. War aber auch nicht wenig. Bin ja kein 70kilo-Standart-Patient ;-) (Jacki soll Propofol auch genommen haben.)
Nur einmal mußte ich husten, ansonsten habe ich tatsächlich nichts gemerkt, obwohl ich dauernd die Augen auf hatte. Klingt vielleicht blöd, aber Zahnarzt fand ich schlimmer.
Die Gewebeproben werden ins Labor geschickt und ich bin sehr neugierig, was bei herauskommt.
24h kein Auto fahren. Eben habe ich was gegessen uns so ein klitzekleinesbisschen bin ich noch müde.