Kindermund
Es heißt Brotbox, oder Brotdose, aber nicht Brotdox.
Keine Ahnung woher die das haben.
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Bei der letzten Dienstbesprechung machte unsere Cheffin humorvoll noch Werbung für die Tischgespärche bei uns zum Zeitpunkt des mittagessens. sie amüsiere sich regelmäßig und fände es höchst interessant, was die Schulkinder da so von sich geben würden.
Gestern mal wieder ein Beispiel.
Auf dem Tisch stehen lecker gefüllte Schalen mit Fisch, heller Senfsoße, Karotten und Reis.
Aus dem Siebenjährigen platzt es heraus. Zu seinem Kumpel gedreht erzählt er nicht gerade leise:
"Als ich auf die Welt kam, da hatte ich direkt ne Op, an meinem Penis. Der war so entzündet."
Kumpel: War der rot und dick?
Siebenjähriger: Ja rot und dick und dann waren da so schwarze Krümel.....
Das ist dann doch der Zeitpunkt, wo ich die beiden bitte, ihr Gespräch auf nach-dem-Essen-in-der-Gruppe zu verschieben.
(Geschmeckt hat es dennoch)
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Ich: ...Und wenn das Mädchen zur Frau wird, dann bekommt sie einen Busen......
Junge, 5: Tut das weh?
Ich: *lachenverkneifen muß* Nein! Tut dir es weh, wenn dir zum Beispiel Haare wachsen?
Junge: Nein, aber den Babys
Ich: - (hey hier lerne ich echt noch was dazu) Wieso denn das?
Junge: Na die schreien doch immer!
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Wo ich arbeite, ist der Sprachgebrauch der Kinder ein bisschen anders, als normal. Da sind "eingedrückte Teller" Suppenteller und wenn eine Glühbirne kaputt ist, dann heißt es, dass das Licht alle ist. Und wenn ein Kind weinend reinkommt und erzählt es sei runtergefallen, muß man sich nicht ängstigen über die Höhe. Das Kind meint damit, es sei schlichtweg hingefallen.
Der Einfluss der Werbung ist auch nicht zu verachten. Vieles ist saubillig, saukaputt, saualt, saugroß.
Wir haben einen Jungen und ein Mädchen, die beide trotz verschiedener Schreibweise den gleichen selben Namen haben. Schlichtweg nur den Namen zu rufen führt öfters mal zu Verwechslungen, da sich dann beide angesprochen fühlen. Die Kinder unterscheiden das ganz klar. Und dann sagen uns die Kinder "Ich geh mit die Michelle raus. Die Dativform "ich gehe mit der Michelle raus" könnten sie nicht sagen, sie meinen ja das Mädchen und nicht den Jungen.
Doch woher sollen es denn die Kinder auch besser wissen, wenn selbst die Eltern ihnen erzählen: "Weißt du am Montag ist der Kindergarten zu, da gehen wir dann zu Helau."
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Beim Abspülen und in die Spülmaschine stellen seinen Tellers fragt mich ein 7 jähriger Junge: "Ynnette, wieso ist das Rohr von der Spüle hier viel kleiner, als das in der Toilette?"
Ich versuche umschreibende Wörter zu finden und antworte:
"Nun ja, hier muß ja nu Wasser durchpassen, aber wenn du mal nachdenkst, müßen in der Toilette ja noch ganz andere Dinge weggespült werden."
Er denkt tatsächlich nach, es rattert in seinem Kopf, Bilder scheinen zu entstehen und er beginnt breit zu grinsen.
"Achso ja!"
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Meine Kollegin bittet einen 1. Klässler nach Erledigung eines Arbeitsblattes sein Hausaufgabenheft hervorzuholen.
Seine Meinung dazu: "Ich möchte aber nicht. Dann siehst du ja, dass ich noch was auf habe und ich habe keine Lust mehr auf Hausaufgaben."
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Beim Nachmittagessen ergibt sich ein interessantes Gespräch. Ein Mädchen erzählt, ein anderes hätte ihr von wiederum einem anderen Mädchen erzählt, das mit 12 Jahren bereits 3-fache Mutter sein solle. Sie fragt mich, ob das Möglich sei.
Ich erkläre ihr - die anderen Kinder hören wissbegierig zu - ab wann ein Mädchen Kinder bekommen könne. Dadurch kommen wir auf das Thema Sex zu sprechen.
Kinder: "Und wenn ein Mann und Mann was machen, dann nennt man das Schwul." Die anderen Kinder am Tisch lachen, oder kichern verhalten. Ich bestätige diese Aussage und betone, das das aber nicht schlimm wäre und eigentlich kein Grund wäre so laut los zu lachen.
Mädchen: Ich habe mal vor unserer Haustür zwei Jungs gesehen, die haben sich geküßt." kichern
Ich: "Dann haben die sich ja ganz schön lieb gehabt, hm."
Kinder: "Und wie heißt das, wenn eine Frau und eine Frau....?" *nicht die richtigen Worte findet.
Ich: "Das nennt man dann "lesbisch".
Da links von mir, zwei Mädchen sich beeumeln, über die zwei küßenden Jungs, muß ich erst mal um Ruhe bitten, bevor ich den Satz von einem Jungen rechts von mir richtig mitbekomme. Er hat den Mund voller Kuchen und ich glaube ihn nicht richtig zu verstehen.
Junge: "Dann müßte es doch auch "Bienisch" geben, oder?"
Ich denke an "Bisexuell" und lege mir gerade ein paar Worte für die Erklärung zurecht. Doch irgendetwas sagt mir, das er etwas anderes meint. Ich bitte ihn seinen käsekuchenvollen Mund leer zu machen und mir dann sein Wort noch mal zu sagen.
Junge: "Na "bienisch". Wenn es die Wespen und Bienen machen. Wenn es "wespisch" gibt, dann muß es doch auch "bienisch" geben."
Es rattert schnell bei mir, ich verstehe und ich versuche ernst zu bleiben. Er hatte wohl nicht ganz konzentriert zugehört und verstand nicht "lesbisch", sondern "wespisch".
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Es gibt Vollkorncornflakes zum Nachmittagessen.
Kind (3): Warum sind die dunkel?
Erz: Weil die gesund sind.
Kind: Sind die anderen denn krank?
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"Dolce Cabbana hat die Türkei erfunden. Oder doch nicht? Die Türkei hat Dolce Cabana erfunden. Das ist so eine teuere Marke. Da kostet ein T-Shirt tausend Euro oder so."
Beim Geburtstagsplausch eines Kindes komme ich mit 8, bzw 9jährigen Mädchen ins Gespräch über Marken. Ein Junge trägt eine Playboykette um den Hals und wir vertiefen das Thema. Ich frage naiv und unwissend und werde bereitwillig aufgeklärt:
"Playboy? Da war so ein Mann der hat so ne Kette oder so ein Zeichen gemacht mit einem Hasen. Und den fanden ganz viele ganz toll. Und da haben die alle von dem was gekauft und da wurde der ganz berühmt und hatte ganz viel Geld. Und dann gibts da noch so Frauen und die heißen Playgirl." (Auf die Frage, was den die Frauen machen würden, bekomme ich hinter vorgehaltener Hand erzählt, die würde Strippen.)
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Ein 6. Klässler kam heute partout nicht auf das Nomen von "lästig".
Schälen = Schale hatte er recht schnell heraus, aber an der zweiten Aufgabe knabberte er eine ganze Weile.
Ich versuchte ihm zu helfen: "Wenn man lästig ist, Dann ist man eine .........?"
Er: "Frau?"
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