Montag, 4. Februar 2008

Umzug Wiesbaden und nun Kopf und Glieder

Und weiter ging es nach ner kurzen Nacht und brennenden Augen. Schwarz angezogen und warm eingepackt, Elefantenhut auf den Kopp und los ging es. Um 11:30 Uhr trafen wir uns an der Rettungswache und fuhren bewaffnet mit 6 25 liter-Kübeln zum Elsässerplatz. Dort ist allgemeine Aufstellung des kompletten Zuges. Schon interessant so eine Orga mal mitzuerleben. Jeder der 200 Wagen hatte seinen festen Platz zum einreihen und das Fußvolk dann dazwischen.
Noch bevor es für uns losging kamen schon diverse Hexen auf mich zugerannt und lösten wollten bei mir und den anderen die Schnürsenkel lösen. Was lobte ich mir meinen Doppelknoten an den festen Schuhen. Zum Tröst bot ich meinem Hexer einen Keks an, den ich kurz zuvor gefangen hatte.

Selbst warf ich nur am Anfang ein paar Bonbons, Schlüsselbänder und Gummibärchen. Doch das Gegrabsche und leidliche Gebettel so vieler Menschen (nicht nur der Kinder) ließen mich dann doch lieber auf meinen eigentlichen Job konzentrieren: Das Sichern der linken Autoseite. (Dabei war ich so aufmerksam, dass ich mich hinterher sehr konzentrieren mußte, um mich überhaupt erinnern zu können, wo der Zug lang gegangen ist. )An allen vier Seiten des Wagens war eine Person postiert zum sichern. Hinten verteilten 2-3 Personen leckere Hühnerbrühe an die Zuschauer.
Einige ausgewählte Maskierte bekamen dann doch noch mal was von mir direkt in die Hand gedrückt. Auch tauschte ich ein Paar Schlüsselbänder gegen eine Rindswurst ein, was ich vom Grillmeister an der Wilhelmstraße besonders lieb fand.

Gringel hätte ich fast nicht erkannt. So schön war sie als Clown maskiert. Und wie schnell ging der Moment der Begegnung wieder vorrüber, dabei hatte ich mir diesen Sonnenschein doch so ersehnt. schwups ging der Zug schon wieder weiter und ich eilte hinterher. Tony als Ire verkleidet hätte ich eh nicht erkannt. Aber er fand mich leider auch nicht. Schade!

Es gibt tatsächlich Gegenden, wo sich sowohl die Kostüme, als auch das Verhalten der Besucher sehr konträr spalten. Erst glaubte ich es mir einzubilden, doch die Kostüme sind je nach Zugort doch sehr ausgefallen, und individuell. Oder die Bonbonjäger schreiben ein "Helau" heraus, was stimmlich auch einem "Herzlichen Beileid" ähnelte.
Man(n) muß alles vieles mal mitgemacht haben, aber so einiges eben nur einmal.
Ich habe gestern Abend noch eine tolle Erkältung ausgebrütet und erfreue mich nun an Nase, Glieder- und Zahnschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit.

Helau!

KUZ und Oldie-Fete in Sulzbach

Seit langem endlich mal wieder im KUZ. Ja, es war voll. aber es war auch erträglich. Gringel und ich haben fast durchgezappelt. Das arme Bienen-Gringel mußte sich noch fleißig dopen, da sie ja eigentlich krank war.
Die Kostüme waren teils sehr ausgefallen. Ein Zebra hatte sich in eine Kostüm gequetscht, was ich gestern in Kindergröße auf dem Umzug entdeckte. Dementsprechend knackig schaute das ganze aus. Die Flamingoköpfe waren weit über die Köpfe der anderen sichtbar. Selbst der "Trippler" war mit einer blauen Perücke verkleidet. Der Mützenmann hatte sein Kappi eingetauscht gegen eine Wollmütze und einen schick passenden Anzug.
Ein Neandertaler feierte seinen Geburtstag und als ich ihm eine Stunde später ebenfalls gratulierte schaute er nicht schlecht. Dafür strahlte er, als hätte er gerade das Feuer entdeckt, als er mit einer Damen tanzen durfte, die ihn später jedoch abblitzen lies.
Ja, ja! Die Bildung sogenannter Zweckgemeinschaften für eine Nacht war bestens zu beobachten.

Bis gegen 3 Uhr blieben wir und ich genoß es mal wieder mich durchweg auszutanzen. am Samstag wollten wir ja das Tollhaus in Nordenstadt das erste mal entern. doch Gringel hisste die weiße Fahne und mußte sich erst mal auskurieren. So schloß ich mich Okgi und N. an, die nach Sulzbach fuhren. ein faszinierender Anblick: Um 20 Uhr ging die Fete los und als wir um 21 Uhr ankamen war die Hütte schon am kochen. 4 verschiedene Livebands heizten mächtig ein. Zwischendurch bekamen wir eine Tanzperformance zum Thema "Dirty-Dancing" präsentiert, die so vom feinsten war, dass ich relativ schnell den teuren Eintritt vergaß. allein die Hebefiguren hatten ein Niveau an sich, dass mich doch sehr an die Showtänze der deutschen Meisterschaft erinnerte.

Okgi ist eher ein-am-Rand-Tänzer. N und c. leisteten ihm die meiste Zeit Gesellschaft, doch ich ging mitten vor die Bühne und tanzte mich frei. Bei "Maniac" und "grünem Kleidungsstück von "Heroes del silencio" gab es kaum ein Halten meiner Seits. Der Punkt der Erschöpfung war längst überwunden und ich genoss den Platz auf der Tanzfläche. Was vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen war, sorgte nun für ein breites Grinsen in meinem Gesicht.
Von hier aus war auch wieder wundervoll das Verhalten einzelner Gäste zu beobachten. Da muß man schon ein ganzes Jahr warten um verdrängte und vertuschte sexuelle Neigungen im Deckmantel des Alkohols ausleben zu dürfen. an Fassenacht darf auf dem Tisch getanzt, gestrippt ,auf der Tanzfläche gefummelt werden und der Sekt ins Glas direkt im Decolte der Dame ausgeschenkt werden. Ab Aschermittwoch erinnert sich keiner mehr, weil alle so blau waren.
Die besten Filme schreibt eben doch das Leben!

Um 2 Uhr verabschiedete sich die letzte Band (www.gipsys.de) und auch wir traten zufrieden die Heimreise an.

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