Der Blick zu Fines Stammplatz heute morgen lies mich kurz stutzen. War Fine über Nacht mutiert? Gestern Abend, als ich sie fütterte sah sie noch schwarz weiß aus. Eine Europäische Kurzhaarkatze. Nun thronte dort ein weiß-beiges Rassevieh. Auf Fines Platz!
Ich grinste in mich hinein, das Fine wohl doch nicht Revierchefin ist und fuhr zur Arbeit.
Vorhin ging ich dann über den Garten zum überdachten Pool und rief die süße. Mir antwortete tatsächlich ein zaghaftes Miau. Erst glaubte ich mich geirrt zu haben, doch dann erblickte ich Fine im Geäst schräg über mir in einem großen Busch.
Ich begrüßte sie und als ich wußte, sie hatte die Dose wahrgenommen verzog ich mich auf die - ihrem Zuhause näheren Wies. Dort setzte ich mich auf einen mitgebrachten Dreibein.
Was schimpfte die Kleine. Ich sollte mich was schämen, nicht am üblichen Platz zu füttern. Dieser Wind, diese unbekannte Wiese. Was könnte mir den Einfallen. Dann markierte sie den Weg und der hunger siegte. Vorsichtig pirschte sie auf mich zu und begann Löffel für Löffel abzufuttern. 1/3 der Dose mußte ich streng für Merlin verteidigen. Und das Königreich soll sie draußen ja auch nicht haben.
Ich plane sie fest an die Wiese zu gewöhne, da sie mich von unserem Grundstück aus rufen hören kann.
Es wird!
Und Merlin ruft und geht immer öfter doch kurz aufs Dach.
Zweimal am Tag ging ich letzte Woche rüber zur Nachbarin, um dort Fine Futter anbieten zu können, falls ich sie denn sehen würde.
Gestern war es dann endlich soweit. Nachdem mich die Nachbarin schon benachrichtigt hatte saß die Kleine auf der Terrasse und genoß die Abendsonne. Freudig ging ich auf sie zu mit den Worten : "Hallo Süße"
Fine trollte sich nach hinten ins Gebüsch. Da nahm ich 5 Meter weiter auf dem Nachbargrundstück eine Frau mittleren Alters wahr, die gerade im Begriff war Wäsche zusammenzulegen, mich nun aber skeptisch anschaute.
Wo ist die Erdspalte, dachte ich nur im genauen Wissens ihrer Hörmuscheln.
"Ähm, Guten Abend , ich meinte meine Katze", zu der Frau. "Die Schwarzweiße" im Nachsatz.
Ihre Antwort war völlig Überflüssig: "Ich dachte, Sie meinen mich!"
"Nein, meine Kleine ist wieder weggelaufen." - Die Schwarzweiße habe ich schon lange hier nicht mehr gesehn." Zum Beweiß schaut die Frau auf die Terrasse und sieht eine leere Terrasse ohne Katze.
"Doch , doch, seit Anfang der Woche. Ähm, ja ich gehe dann mal hintenrum zu ihr, Schönen Abend noch."
[Was meinte Jeverpils doch gleich eben: wie gut, dass Deine Katze Fine heißt und nicht Muschi." Das hätte ja gerade noch gefehlt.]
Fine hatte sich auf zugewucherte Überdachung des Pools zurückgezogen und bequemte sich nur für mich mal vorbeizuschauen, was denn die Futtergabe so zu bieten hätte. Jeder Bissen (5) des liebevoll von Merlins Abendfutter abgespartem Putenmuskelfleischs wurde in die Tiefen des Dickichts verschleppt und dort genüßlich verspeist. Nach jeweils 3 Minuten tauchte man wieder auf, um sich den Nachschub abzuholen und wieder erneut unterzutauschen.
Fine scheint ihre neue Sommerresidenz zu gefallen. Sie schaut gut aus, weder dürr, noch verstruppt. Da kann einem zur Zeit nur Merlin leid tun, der nach ihr ruft und sie wohl vermisst.
Fundstück auf einer Profilseite:
"Lieblingsbücher: ich lese gerne den kicker und die bildzeitung"
ähm nein, ich glaube nicht, dass unsere Interessen harmonieren
Rote Netzwerkkabel braucht man nicht unbedingt, wenn man eine Fritz Box hat. Es tut auch ein USB Kabel in zartem grauton. Es könnte aber sein, dass dem PC nach 2 Jahren Fritzboxgenuss mit USB-Kabel auffällt, das ihm das Laufen MIT rotem Kabel besser gefällt. Meist braucht es für diese Erkenntnis einen netten Herrn vom Gmx-Support und eine Telefonrechnung, der man besser keine große Beachtung schenkt. Das während des 25 Minütigen Gespräches sämtliche Paßwörter gelöscht werden müßen, ist auch eher unrelevant.
Um dne rechner wieder ins Internet zu bringen, man ist ja abhängig süchtig darauf angewiesen aus wichtigen geschäftlichen Gründen. Dann klettert man sogar spät Abend durchgeschwitzt und nervlich angekratzt in sämtliche Hüfthohe Lagerungsschächte der Wohnung und holt eben das rote Kabel aus der im-Ordnungswahn-aufgehobenen Umverpackung der Fritz-Box erstmalig hinaus und steckt es in die vom Rechner vorgesehenen Löcher!
Und dann wundert man sich, dass der Rechner ganz flux eine Verbindung zu den weiten Welten des Netzes aufgebaut hat.
25 Minuten inhaltliche Dinge vom eigenen PC gefragt werden, die man nicht beantworten kann Telefonsupport = Schweißausbruch
alle Paßwörter gelöscht = Angefressenen Nerven
Nach dem roten Kabel suchen = Kaputte Knie
Wieder im Netz sein - unbezahlbar
Die liebe Nachbarin, in dessen Finchen das letzte Mal schon unterschlupf fand, rief mich vorhin an. Finchen hätte auf der Terrasse gesessen. Ihr scheint es gut zu gehen.
Ich war eben mit rappelnder Futterdose drüben, doch leider scheint sie gerade nicht da zu sein. morgen früh versuche ich es wieder.
Zu wissen, dass die Kleine zumindest mal heile vom Dach gekommen ist lässt mich aufatmen.
Die letzten 3 Stunden heute Nacht, seid dem ich geahnt habe dass Finchen wohl weg ist waren nicht besonders toll und von doofes Träumen begleitet.
Draußen gab es Katzengeschrei und Merlin weckte mich mit seinem "rufen". Ich scheuchte ihn erst weg, da ich dachte er wolle mitten in der Nacht futter, als aber Fine auch bei einem kleinen bisschen Futtergabe nicht erschien schwante mir übles.
Und der Gedanke , dass ich sie selbst ausgesperrt habe, indem ich das Fenster schloß,
da wird mir ganz komisch zumute.