Szenen

Donnerstag, 8. Mai 2008

Räumungsverkauf irgendwie anders

einer relativ spontanen Eingebung folgend, fuhr ich heute Morgen vor der Arbeit zum schwedischen Möbel- und Teelichterhaus um eine Sommerdecke zu erstehen.
Da die Hoffnung angeblich zu letzt stirbt, hatte ich eine große Bettdecke ins Auge gefasst. Wußte nur noch nicht, ob es Mysa für 55 oder paarund60 € sein sollte. Das irgendwann mal wieder ein zweites menschliches Wesen - bevorzugt männlich - morgens neben mir aufwachen soll, daran halte ich fest.

Nur wenige Minuten mußte ich oben am Restaurant warten, bis der Einlaß eröffnet wurde und ich unten über den Lautsprecher von der typischen I*EA-Stimme gedutzt ,begrüßt und über die aktuelle Uhrzeit und irgendwelche Angebote informiert wurde.
Die Teppichabteilung hinter mir lassend, ging ich zielstrebig auf die Bettdecken zu und ging auf entscheidungsversprechende Tuchfühlung der Wärmestufen 1-6, als über Lautsprecher für eine bestimmte Abteilung Code 1000 ausgesprochen wurde. "Na, ob das nich mal nen Taschendieb ist, der da sein Unwesen treibt", dachte ich mir philosophierend der Bedeutung von Code 1000.
Während ich nun bei den Bettbezügen 220 x 240 angekommen war und noch überlegte, ob es nun Fyrklööver, Bibbi, oder gar Alvine in Monstergröße sein soll, dachte sich IK*A mich nicht dumm sterben zu lassen und lies eine Sirene ertönen. Eine wiederum freundliche Stimme bat alle Kurztestbewohner und Teelichteinkäufer, sowie alle Kinder mit dem Namen Sven, Sören, Hanna und Pia zügigst die Notausgänge zu benutzen und das Haus zügig zu räumen.

Auf dem Parkplatz klärte mich eine nette Dame in dunkelblau-gelber Kleidung auf, es würde - falls eine Übung - nur 10 - 15 Minuten dauern. Ich solle beruhigt warten. Hab ich ein Vertrauen zu den Mitarbeitern des Hauses. Ich wartete tatsächlich.
Die Dame sollte recht behalten. Nach knappen 10 Minuten sprach ein Herr in blau-gelber Kleidung und neonfarbener Warnweste durch eine Flüstertüte und bedankte sich für unseres Verständnis für die 2 mal jährlich stattfindende Alamierungs- und Räumungsübung.
Nun wäre alles prima und wir dürften das Haus wieder betreten. Ich hatte Inzwischen auf meine Plastikschuhe geschaut und überlegt, ob ich bei einem etwaigen Brand noch in die "Zentrale" des DRK`s fahren sollte, oder gleich hier bleiben könne.
Mich ein wenig meiner zu weitgehenden Gedanken schämend, setzte ich - über mehrere Abkürzungen zur Bettwäsche zurückkehrend - meinen Einkauf fort. Ich ging zielsicher an den Teelichtern vorbei, schwächelte nur kurz in der Pflanzenabteilung und war nach weiteren 10 Minuten und einer gähnend leeren Kassenreihe wieder am Auto.

Nun werde ich gleich mein Bett frisch beziehen, werde die riesige Bettdecke in sommerlicher Dünnheit genießen und der Mann, der kommt auch noch irgendwann. Bestimmt.
So sicher wie heute die Räumungsübung.
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Sonntag, 13. April 2008

Eheleutsprobleme

Tony und ich haben heute Abend "Ronja Räubertochter" geschaut. Birk und Ronja stritten sich , wie ein altes Ehepaar um ein verschwundenes Messer und versöhnten sich liebvoll wieder. Tony und ich waren uns einig, dass wir solche Probleme gerne mal wieder hätten ;-)
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Dienstag, 8. April 2008

Mein Hintern

In der Drogerie schaue ich mir vertieft das Sortiment an, als ich merke, das ich einer älteren Dame mit Wagen im Weg stehe. Sofort gehe ich ein Stück zurück und lächle sie an.
Sie lächelt zurück und meint: "Da hätte ich ja beinahe ihr Hinterteil abgefahren."
Um einiges später zahle ich und verlasse den Laden. Just eben der gleichen Dame halte ich nochmal die Tür auf und sie meint: "Wäre ja schade drum gewesen!"
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Mittwoch, 5. März 2008

Eben im Radio

Der FFH.Dummfrager: "Was macht ein Ornithologe?"
ungebildetetes Wesen: "Das klingt ja pervers. Irgendwas mit Orgasmus?"
Der Dummfrager: "Gar nicht schlecht. Mit Vögeln hat es schon zu tun."
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Montag, 28. Januar 2008

Mal wieder mehr Glück als Verstand

Der Hörer wird abgenommen.
"Hallo?"
"Ynnette hier. Spreche ich mit dem Hausmeister der M-Kirche?"
"Ja"
Hm, also wenn sie zwar nicht der Pfarrer sind, aber dafür der Hausmeister, so muß ich ihnen dennoch was beichten. Ich habe gestern auf dem privaten Grundstück der M-Kirche geparkt und fand hinterher das Tor abgeschlossen. wie komme ich nun an mein Auto dran?"
"Ah, hm, also das Tor ist bis heute abend ganz bestimmt auf"
"Sie schleppen das Auto also nicht ab, oder so?"
"Nein."
"Dankeschön, ich probiere bis 17 Uhr da zu sein"


Ja ja wenn man zu faul ist nen Parkplatz zu suchen und dann auch noch glaubt Frechheit würde immer siegen. *hüstel
Paps riet mir noch bei einem härteren Gespräch zu erzählen, dass ich ja schon Strafe genug hätte. Schließlich mußte ich gestern Abend mit dem Bus heimfahren und heute morgen gleich 3x mal länger als normal den Weg zur Arbeit antreten.
aber das interessierte den Hausmeister gar nicht.
Glück gehabt.
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Sonntag, 27. Januar 2008

Aufgeräumt

Zum Feuerspuken haben wir uns verabredet. vor ein paar Tagen hat er seine jetzige Freundin getroffen. Und es hat direkt gefunkt bei den Beiden. Nächste Woche will er in den Hort kommen, um den Kindern im Rahmen des Feuerprojektes eine kleine Präsentation seiner Künste zu zeigen. Ich beobachte ihn bei seinen Vorbereitungen.
"Du Tony?" platzt es aus mir heraus.
Er prüft die Windrichtung, fragt aber dennoch nach.
Ich hatte ihm schon mal gesagt, das er viele Gesichter hat. Und ich das superinteressant finde, diese immer wieder neu zu entdecken.
"Du siehst anders aus. Dein Gesicht schaut komplett anders aus."
Er schaut zwar auf seinen Metallstab in der Hand, beobachtet die Flamme. Doch ich merke, wie es in ihm beginnt zu Denken.
"Was meinst du? Wie "anders"?"
Die Flamme weghaltend schaut er mich an.
"Hm,"
ich suche nach Worten, mir fällt ein Begriff ein, weiß aber nicht, ob er ihn versteht.
"Meine Kollegin meinte mal, die Kinder schauen in den Ferien auch anders aus: "Aufgeräumt". entspannt, ruhend."
"Ich bin ja auch total entspannt", ein breites Grinsen verrät einen Bruchteil seiner Erlebnisse der vergangen Tage.
Er scheint angekommen zu sein. nicht nur in Deutschland. Endlich auch bei sich. Und ich wünsche ihm dabei alles Gute!

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Samstag, 1. Dezember 2007

Ehre

Ich ahnte schon, was kommen würde. Kurz zuvor hatte ich ein Geschenk zur Geburt ihres 3. Kindes überreicht und sie hatte ihm etwas ins Ohr geflüstert. Er hatte genickt. Sie meinte, sie wollten mich was fragen. Ich dürfe auch drüber nachdenken, oder auch "Nein" sagen. Der Kleine lag mit seinen frischen 6 Wochen friedlich schlafend inmitten der anderen Gäste.
So sammelte ich schon meine Gedanken, dieses "Nein" zu formulieren. Höflich, ohne die beiden Elternteile zu verletzen.
mit Ihnen hat meine Antwort ja nichts zu tun.
Nur noch einmal werde ich diese Aufgabe übernehmen. Und dann hoffentlich besser, als beim ersten Mal. Das erste Mal war ich wohl bei der Frage zu jung, um die nächsten Jahre überblicken zu können. Und noch ein Paar Dinge sind wohl nicht so gut gelaufen.....
Das verantwortungsvolle Amt der Patentante möchte ich nur noch einmal annehmen. Und der Posten ist sozusagen schon reserviert.
Aber geehrt habe ich mich dennoch gefühlt.
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Montag, 12. November 2007

Von einer Tastatur, einer Tasse Tee und einem Fön

Es war mal eine Teetasse, die war nicht ganz ausgetrunken. Ein kleiner Schluck war in der Tasse geblieben, da sich arg viele Teeblätter durch das Teesieb gemogelt hatten und die Besitzerin Tee trinken, aber eben nicht Tee essen wollte.
Eben genannte Besitzerin der Tasse hatte so eine Vorahnung, dass sich in den nächsten Stunden freudig erwarteter Besuch ankündigen könnte. So schnappte sie das Frühstücksbrettchen, eine leere Teetasse und die Teesatzgefüllte Tasse um hurtig aufzuräumen.
*platsch* machte es und der Inhalt der Tasse ergoß sich über die darunter stehende Tastatur. Die Besitzerin der Tassen, des Frühstücksbrettchens und der Tastatur griff sogleich nach einem Wischtuch, drehte die Tastatur um, und lies den Tee wieder herauslaufen. Auch wischte sie zwischendrin mit einem weiteren Wischtuch in den Ritzen und fuhr den Rechner sicherheitshalber herunter.
Der Besuch kam dann auch. (Doch dies ist eine andere Geschichte.)
Zu späterer Stunde fuhr die Besitzerin der Teetassen, des Computers, des Frühstücksbrettes, der Tastatur, der Wischtücher und eines schönen Augenblickes den Computer wieder hoch, doch der hatte ein eigenartiges Eigenleben entwickelt. Von sich aus piepste er ganz störrisch und tippte immer wieder fortlaufend ein "k". Und das "r" und das "entf" und noch viele andere Buchstaben wollten gar nicht mehr funktionieren.
Da nahm die Besitzerin der Teetassen, des Frühstücksbrettes, der Tastatur , der Wischblätter und eine Schraubendrehers letzteren zur Hand und schraubte alle Schrauben an der Tastatur auf. Und es waren gar viele der kleinen fuddeligen Schräubchen. Und wieder ergriff sie die Wischtücher und säuberte das Innenleben der Tastatur. Und wieder fuhr sie den Computer hoch und wieder sprach der Computer sein Eigenleben und machte nicht das, was seine Besitzerin eigentlich wollte.
Da schnappte sie sich ihren Fön und begann die Tastaur gründlichst zu fönen und wieder zu wischen. doch nun war der Computer müde geworden von all der vielen schönen Wärme und fuhr gar nicht mehr hoch.
Da war guter Rat Benzingeld teuer und die Besitzerin ging früh schlafen.
Am nächsten morgen packte die Besitzerin der Teetassen, des Computers, des Frühstücksbrettes, der Tastatur, der Wischtücher , eines schönen Augenblickes, des Computers ihr Portmonae ein und fuhr zum PC-Ladens ihres Vertrauens und kaufte eine neue Tastatur. Dann fuhr sie mit einer neuen Tastatur und 6 Euro weniger im Geldsäcklein wieder nach Hause und konnte wieder schreiben.
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Freitag, 2. November 2007

Danke

Kurz nach Mitternacht. Leveller noch an einen Ohr, klingelt das andere Telefon und ich erkenne die Stimme nicht.
Ich traue mich nur einmal zu raten, dann befürchte ich in einen Fettnapf zu treten und bitte den Anrufer sich zu outen.
Meine Kinnlade klappt nach unten, Tränen schießen in meine Augen. Eindeutig Freudentränen.
Zwei Jahre schreiben wir uns. Und nun das erste Mal die Stimme zum Foto, zu den geschriebenen Worten.
Und es ist, als hätten wir nie etwas anderes getan. Wir reden, hören uns zu, freuen uns.
Danke für dieses Geschenk.
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Donnerstag, 1. November 2007

"Waschen, schneiden legen bitte"

Die Schublade "schwuler Frisör" scheint wie geschaffen für ihn zu sein. Orangnes Hemd, weit aufgeknöpft, damit sein Brusttatoo herausprangen kann. Der Handwerksmeister der Schere stiefelt durch den Laden, als wäre es ein Laufsteg. Die Haare sind kurz , sehr kurz. "Kurz bitte, aber so kurz wie Sie möchte ich es nicht", sagt der Kunde vor mir grinsend. Schließlich hätte er dann eine Glatze.
Endlich bin ich dran.
"An der Grundlänge verändere ich nichts, nur die Spitzen schneide ich." Fasziniert betrachte ich durch den Spiegel den Rhytmus seiner kleinen Schere. Dann nimmt er das Deckhhaar nach oben und kämmt es zurecht. Ich erwarte ein Kommentar zu ausserordentlichen Fülle und Dicke meiner Haare. Doch nein, er schneidet eine beträchtliches Stück herab, was schwungsvoll nach unten saust.
"Oh Gott!" entfährt es erschrocken meinem Mund.
"Mehmet, Sie könne mich Mehmet reichen, das ist schon ok."
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