Sonntag, 7. Juni 2009

Unterschriftenaktion gegen RTL "Erwachsen auf Probe"

Hier lohnt es sich doch allemal mitzumachen:

http://praevention.org/rtl_unterschriftenaktion/index.php

Mein erster LARP: Satz mit X

Mein erstes Larp. Extra für Anfänger und Neueinsteiger. ein Tag mit einführung und abendlichem Abschlußgrillen. Die Lärchenwiese in Bingen zu finden fiel mir schwer, doch dank lieber Bewohner der verschiedensten Dörfer , einem Tankstellenwart und anderen verfahrenen Neu-Larpern kam auch ich dann irgendwann an.
Die anderen waren großteils schon eingekleidet, oder waren dabei, suchten sich noch Schwerter oder atmosphärisches Beiwerk aus, plauderten und beschnupperten sich. Mittendrin liefen die Charaktere herum und liesen durch halb zu gedeckte Kisten erahnen, was auf uns zukommen würde: Orkköpfe, abgehackte Füße, Ent-Hüllen......

Nach einer allgemeinen Einweisung über "In time", "Out time", den Begriffen "Halt" und "Stop" und anderen wichtigen Punkten lies die Orga uns in unsere rollenspezifische Gruppen einteilen. Die Kämpfer bekamen eine Einweisung mit ihren Larpwaffen aus Silicon, die Magier besprachen sich mit ihren zu vergebenden Lebenspunkten und Zaubersprüchen, die Heiler klärten sich auf über magische und nichtmagisches Können und füllten ihre Verbände, magischen Tränke und Heilkräuter auf.

Anschließend packte man in seine Lederbeutel oder direkt in den Mund das vielfältig Angebot an Verpflegung ein. Eine "Adelige" hatte sich sogar die Mühe gemacht eine Unzahl an sehr leckeren Elbenkekse zu backen.

Es versprach wirklich spannend zu werden und ich erinnerte mich an so manche Themenlager bei den Pfadfindern.
Mit Autos wurden wir zu unserem Einstieg gebracht. An der Kreuzbachklamm trafen sich alle und unsere Geschichte wurde erzählt.
Von verschiedenen Punkten unserer Welt waren wir zusammengetroffen um Merkwürdigkeiten im Wald aufzuspüren, die eine Bedrohung für die Königin und andere Bewohner seien.
Intime. Nun ging es los.

Soweit klang das alles richtig gut, doch hier sollte es für mich schon bald vorbei sein.
Dick war ich eingepackt mit meiner Gewandung, einer Hose, einer wasserfesten dünnen Neoprenweste, meinem Wollumhang, der Wollgugel und einem zusätzlichen Schal. Es regnete ununterbrochen, im Wald war es feucht.

Die Klamm war so schmal, dass wir nur hintereinander gehen konnten. Gespräche entstanden über die Herkunft und den Absichten eines jeden. Späher blickten nach Feinen in den Wald. Ich lief im hinteren Teil und konzentrierte mich rein auf das Einteilen meiner Kräfte, das festhalten meines Umhanges und den steinigen Weg.
Schnell kam ich ausser Puste, lief langsamer. Die anderen sagten hinterher, das Tempo wäre arg hoch gewesen, doch ich sah mich nicht als das Maß an, das Tempo zu verringern. Ich hatte viel zu viel mit mir selbst zu tun, kämpfte mit der Überlegung abzubrechen. An besonders steilen Stücken halfen hilfsbereite Männer einem die Hand zu reichen und Halt zu geben.
ein Adeliger versuchte ins Gespräch mit mir zu kommen, doch ich hatte keine Luft. In mir tobten Wut und Verzweiflung über meine nicht vorhandene Kondition.
Die Tiefe neben mir nahm ich kaum war, überholen ging meist nicht, so schmal war der Pfad. Zur anderen Seite ging der Hang steil nach oben. Eigentlich eine gigantische Kulisse. Die Höhenangst wich der Konzentration auf meine Kräfte, nicht nur auf den Holzbrücken lobte ich meine festen Wanderschuhe.
irgendwann ging es nicht mehr, ich lies mich an den Rand auf einen Lehmhügel plumsen, zog gierig die Luft ein, spürte dass ich schneller und hektischer wurde mit dem Atmen. Ich verschaffte mir mehr Raum, indem ich die Gugel vom Kopf zerrte, den Umhang öffnete. Die anderen riefen "Halt-Pause", boten mir zu Trinken an.
Ich kämpfte mit den Tränen. Da möchte ich mir was gutes tun und es wird nichts draus. Meine Kondition auf dem Nullpunkt angelangt. Ich hier die einzige, die nicht mitkommt. Scham und Frust wüteten in mir. Die anderen bestätigten mir die Erschöpfung. Ein paar ging es ähnlich. Ihnen war es zu schnell. Ein anderer Bot an, Dinge zu tragen, die man selbst nicht mehr nehmen wollte. Schnell war der Korb gefüllt. Ich gab ihm kurzzeitig meine Gugel, um einen Hitzestau zu vermeiden.

Durchgeschwitzt war ich und nun kam der Entschluß. Ich gab auf.
Meiner gesundheit wegen. Was andere wohl mit gut wegstecken können, würde sich bei mir mit Krankheit strafen.
Mit der Orga sprach ich, was nun sinnvoller sei, hoch oder runter. Sie ermunterte mich zum Hochgehen, es sei nicht mehr weit. Die tränen konnte ich nun nciht mehr halten. Peinlich, ich schämte mich in Grund und Boden. Alle waren hier so nett, so hilfbereit.

Die Gruppe machte nun eine Verschnaufpause und ich folgte unserer Begleitenden Orga zu einem Auto. Unterwegs sah ich versteckte Waldläufer, merkwürdige Gesellen und oben tauchten vier Orks auf. Mit "Pssst" rief mich ein Weglagerer aus dem Gebüsch, da man ja nichts von meinem Abbruch wußte. Zum Zeichen meines nicht im Spiel mehr seiens kreuzte ich die Arme vor der Brust. Für die Anderen versprach es also baldigst sehr abenteuerlich zu werden.
Die Orks schnuffelten mit einmal hinter mir an meiner Schulter. Eklig, unheimlich, ungewohnt real. Phantasie aus Büchern, die plötzlich erlebbar ist. Erneut kreuzte ich meine Arme und sah in verdutzte Augen hinter den Masken. "Kreislauf?" Was sollte ich erklären? Ich nickte. So schön gemacht, organisiert und geplant und ich war raus aus der Geschichte.

Am Grillplatz verschnaufte ich und trank etwas. C. brachte mich zum Auto und versuchte mich zu trösten. Ich glaubte an ein nächstes Mal und bedankte mich für die schnelle Hilfe.

Zuhause legte ich mich nach einer langen heißen Dusche total erschöpft und schlief erst mal 2 Stunden eingerahmt mit meinen Fellnasen.
Der tröstende Satz meiner Gewandungsnäherin, - die auch dabei war - "Nichts verschwindet endgültig von diesem Planeten" klingt noch nach.
Das nächste Mal, bei besserem Wetter, mag ich dabei sein!

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