Montag, 23. Juli 2007

Hamburg Tag 8

Ich wollte mich treiben lassen. Ohne große Pläne einfach durch Hamburg, ohne bestimmtes Ziel.
Der Anruf beim Eroticmuseum ergab keine Verbindung. Schade, sonst wäre das mein einstieg in den Tag gewesen.
Am Jungerfernstieg stieg ich aus den öffentlichen Verkehrsmitteln aus und folgte den gut ausgeschilderten Wegepfeilen Richtung Rathaus. Die Schwäne im Wasser fand ich um einiges Interessanter, als die vom Reiseführer gepriesenen Alsteraskarden.
Weiter ging ich am Onsorg-Theater, den Fleeten Richtung Nikolaikirche. Dort angekommen sah ich erst, dass diese Kirche gar keine Kirche mehr mit Gottesdienst ist, sondern eine Ruine und Mahnmal. Im 2.Weltkrieg wurde diese Kirche und zig andere Gebäude beim Angriff "Gomorrha" zerstört. Die Ausstellung schaute ich mr nicht an, lies aber einige Zeit die düsteren Gotikbauten auf mich wirken.

Am Michel, dem Wahrzeichen der Hansestadt, schreckten mich die Touriläden, die Reisebusparkplätze und Andenkenshops ab. Um sowas mache ich mitlerweile lieber einen Bogen. Dennoch betrat ich das Gotteshaus und lauschte den zwei Orgelstücken. Von einer der hinteren Bänke betrachtete ich in ruhe den Barockbau und vor allem die Touris. Am Eingang war ich an einem großen Schild vorbeigelaufen, das den Besucher bat nichts zu essen, das Handy auszuschalten und nicht zu fotografieren. Einige Besucher hatten dieses Schild wohl nicht gelesen und wurden höflich vom Aufsichtspersonal auf den Faux Pas hingewiesen.

Mit der Bahn fuhr ich weiter zum einzig irgendwie eingeplanten Ziel, dem Park Planten un Blomen. Einige Passanten sprach ich an und fragte mich durch. Das Parkgelände ist riesig und umfasst mehrere Bereiche. Ein großer Wasser- und Spielplatz, Rollschuhbahn, einen Botanischen Gewächshausbereich, den Rosengaren, einen Japanischen Garten und diverse andere Plätze.

Im Gewächshaus sind Kakteen, Palmen, Farne und andere Gewächse aus tropischen und suptropischen Zonen ausgestellt. Dementsprechend ist teilweise die Luftfeuchtigkeit. Doch der Pflanzenreichtum ist beeindruckend und wunderschön.

Der ganze Park im Allgemeinen, doch der Japanische Garten im Besonderen sind eine Oase der Ruhe und Entspannung in Mitten des Zentrums. Wunderschöne Blumen, Sträucher, Bachläufe, und Holzbrücken durchsäumen das Gelände. Im ganzen Park stehen von der Stadt aufgestellte Liegestühle, die auch reichlich genutzt werden. Der eine ist in Ruhe ein eis, einen Döner, viele lesen ein Buch. viele Nischen bieten Möglichkeiten zum zurückziehen und durchatmen, ohne das es dort verlodert oder düster wirkt. einfach nur schön.

Im Rosengarten beobachtete ich eine ältere Dame mit einer Schildkröte auf der Hand. Ein Mädchen unterhielt sich mit ihr und streichelte die Schildkröte. Ich wartete einen Moment und sprach die Dame an, ob ich ein Bild von der Schildkröte auf ihren Händen machen dürfe. Die Dame erzählte mit, dass sie als Kind kurz schonmal eine Schildkröte gehabt hätte. Der Nachbarjunge wäre allerdings mit dem Fuß gegen den Kopf des Tieres getreten, was das Tier nicht überlebt hätte. Nie wieder wollte sie eine Schildkröte haben. Vor ca 8 Jahren fand sie in einem Park ein nur wenige Gramm schweres Schildkrötenbaby. Nach regelmäßigem Kontakt mit dem Tierheim durfte sie nach 4 Jahren die Schildkröte behalten. Seitdem ist Eulalia bei ihr. die 85 jährige bringt ihren Findling regelmäßig in den Park und wird oft angesprochen, hat viele Unterhaltungen und bekommt viel Post von Menschen, an die sich sich meist gar nicht mehr Erinnern kann.
Doch die Erzählungen geht noch weiter. Wissend lächelt erzählt sie von der Beziehung zwischen ihr und dem Tier. Normalerweise würde Eulalia auf ihrer linken Hand liegen. Doch als die Dame vor ein paar Jahren einen Herzinfarkt hatte krabbelte das kleine wesen auf ihre Brust und legte sich direkt auf das Herz.
Was ihre die Schildkröte geben würde, könne kaum ein Mensch ihr geben, meint sie und strahlt dabei.

Ich bedanke mich bei der Dame für die überaus nette Unterhaltung und wünschte den beiden alles Gute.

Am Parksee setzte ich mich auf eine Bank und packte mein Fachbuch aus. Bis zum Beginn der Wasserspiele las ich so einige Seiten und genoß die Sonne.
Die Wasserspiele, die dreimal täglich für ca. 10 Minuten laufen sind ein imposanter anblick. Am Abend jedoch mit klassischer Musik müßen sie schier wunderschön wirken.

Warum auch immer hatte ich geglaubt, dass das Planetarium im Planten un Blomen steht. ein Fehler, wie ich lernte. So lief ich am Messeturm vorbei zur S-Bahn und fuhr zum Stadtpark. Das Stück was ich durchquerte war aber eher der Stadtwald. Von vielen Joggern genutzte Waldwege lassen die Lungen durchatmen. Und dies alles inmitten einer Millionenmetropole.
Das Planetarium ist ein riesiger Backsteinbau. Kernstück des 1930 eröffneten Baus ist eine Projektionskuppel mit 22 m Durchmesser, die größte ihrer Art in Mitteleuropa. Leider war es geschlossen. (Wie sollte es auch anders sein. Mal abgesehn davon, das Montags fast alle Museen zu haben) Schade, ich wäre doch gerne reingegangen. Zudem es mir ja von "Arbucle" empfohlen wurde.

Kurz telefonierte ich mit Okgi. Wenn er mit seinen Sitzungen und administrativen Aufgaben der Krankenhausbetriebstecknik zeitig fertig werden würde, wollte ich ihn von seinem Hotel zu einem kleinen Spaziergang abholen. Doch es klang alles sehr ungewiß.

So zog ich in den Wiesenbereich des Stadtparks um. 149 Hektar umfasst der Stadtpark! Zuerst beobachtete ich eine Gruppe Mädels die akrobatische turmbauten übten, eine Gruppe Jugendlicher beim Fußballspielen und eine Große Grillparty-Fußballspielende Menschengruppe. Die portugisische oder ähnlich anmutende Musik schaffte ein besonderes Flair, indem meine Rasenpause sehr mediterran anmutende. In der Wiese sitzend packte ich erneut das buch aus und arbeitete mich durch weitere seiten. doch irgendwie wurde es frisch. Nur eine 3/4 Leinenhose und ein T-Shirt waren wohl doch zu kühl bei den abendlichen Temperaturen.

So packte ich meinen Krams zusammen und lief zurück Richtung S-Bahnstation. Am Bahnhof schrieb ich Okgy eine SMS, um mein aufgeben zu entschuldigen, doch währenddessen rief er selber an, um sich für den heutigen Tag zu entschuldigen. Noch einige Stunden Arbeit würden auf ihn warten. Schade, dann kein Treffen in der Hansestadt.

Trotz kleiner Kekspackungen hatte ich einen unbändigen Hunger, als ich hier in der Wohnung ankam. Meine Blasen hatten sich auch erneuert, aber der Tag war wirklich wunderschön. Gerade das ungeplante Treiben lassen und die Flexibität durch Füße und HVV-Tageskarte machten den Tag rund. Unumstritten am schönsten war Planten und Blomen. Sowas sollte Wiesbaden auch mal anbieten.

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