Samstag, 6. Dezember 2008

Sage: wie Wiesbaden zu seinen Quellen kam

Die Zeit war viel zu kurz, um tommy alle schönen, oder die subjektiv schönsten Seiten Wiesbadens zu zeigen. Aber die Erzählung der Sage vom Riesen Ekko gehörte pflichtgemäß schon dazu. Das nächste Mal darfst du dann auch vom Bäckerbrunnen und dem Kochbrunnen kosten. Den Faulbrunnen erspar ich Dir aber ;-)

Der Crêpe, oder das Essen desselben sah vielleicht nicht appetitlich aus, aber lecker war er allemal!

Vor langer, langer Zeit lebte in den finsteren Taunuswäldern rund um Wiesbaden ein friedlicher Riese namens Ekko. Doch irgendwo dort – niemand wusste genau wo – hauste auch ein fürchterlich böser Drache, der dem Riesen keine Ruhe ließ. Immer wieder wurde Ekko von dem Ungeheuer gestört, und er musste auf der Hut sein, ihm nicht zu nahe zu kommen. Denn wenn der Drache in Wut geriet, spuckte er Feuer und Rauch aus seinen riesigen Nüstern und hatte auf diese Weise bereits viele Stellen im Wald in Brand gesetzt.
Schon lange konnte Ekko deswegen des Nachts nicht mehr ruhig schlafen, und so sann er darüber nach, wie er sich des Drachens entledigen könnte. „Ich muss seine Höhle finden. Dort lege ich mich dann auf die Lauer, und wenn er rauskommt, erschlage ich ihn“, sagte Ekko zu sich selbst und sprach sich Mut zu. Denn so nah war er dem Ungeheuer bisher noch nie gekommen. Tapfer und voller Entschlossenheit machte er sich auf, um den Drachen zu suchen. Tagelang schritt er über Berg und Tal, durch dunkle Wälder und grüne Ebenen. Doch weit und breit keine Spur von dem Ungeheuer. Denn der Drache, als hätte er geahnt, welches Schicksal ihm bevorstehen würde, hatte sich in die hinterste Ecke seiner Höhle verkrochen.

Nach einigen Tagen vergeblicher Suche war Ekko mit seiner Geduld am Ende und schrie wuterfüllt aus voller Brust durch die Wälder: „Du verfluchtes Ungeheuer, wo steckst du? Komm heraus und kämpfe mit mir!“ Zwar zeigte sich der Drache auch daraufhin nicht, aber Ekko meinte, aus der Tiefe unter sich ein spöttisches Lachen zu hören. „Da unten muss die Höhle des Drachen sein“, dachte er sich und rammte die Lanze, mit der er sich für den Kampf bewaffnet hatte, tief in den Boden. Treffen konnte er den Drachen jedoch nicht damit. Aber der Gedanke, dass sich das Ungeheuer feige in seiner Höhle unter ihm versteckt hielt, erboste Ekko noch mehr. Aufgebracht und voller Zorn stieß er seine Lanze in die Erde. Immer wieder und wieder. Doch nach einem dieser kraftvollen Stöße spritzte plötzlich ein Strahl kochend heißen Wassers aus dem Boden. Völlig überrascht gelang es dem Riesen nicht, rechtzeitig zurückzuspringen, und das heiße Wasser verbrannte seine gewaltigen, nackten Füße. Rasend vor Wut konnte Ekko nun nicht mehr an sich halten, denn er dachte, der Drache würde ihn zum Narren halten. Mit all der Kraft eines Riesen hieb er mit seiner Lanze tiefer und tiefer in den Boden. Aber es nützte nichts, den Drachen konnte er trotz all seiner Anstrengungen nicht erreichen. Als er diesmal die Waffe aus dem Boden zog, schoss jedoch kein kleiner Strahl, sondern eine gigantische Fontäne des heißen Wassers in den Himmel und traf Ekko mitten ins Gesicht. Schmerzerfüllt brüllte der Riese auf, und da er nichts mehr sehen konnte, torkelte und wankte er, stolperte und fiel schließlich zu Boden.
Mit seiner linken Hand, an der der kleine Finger fehlte, konnte er den Sturz gerade noch ein wenig abbremsen. Weil die Fallhöhe eines Riesen gewaltig ist, bebte die Erde beim Aufprall, und seine Hand und sein Unterarm gruben sich tief in den Boden ein. Ekko hatte jetzt wahrlich genug von der Drachenjagd und gab die Suche auf. Erzürnt und mit verbranntem Gesicht zog der Riese von dannen und ward seitdem nie wieder gesehen.
Seine Lanze jedoch hatte unterirdische Thermalquellen aufgebrochen, die viele Jahre später einer wachsenden Stadt zu Glanz und Ruhm verhalfen. Auch sein Sturz hat Spuren hinterlassen, die bis heute erkennbar sind. Denn beim Abstützen hat er mit seinem linken Handteller den künftigen Wiesbadener Kessel gebildet, in dem nach wie vor das heiße Wasser sprudelt. Aus dem Abdruck der vier Finger waren Täler entstanden: das Rambachtal, das Nerotal, das Walkmühltal und das Wellritztal; und mit seinem Unterarm hat Ekko das Salzbachtal geformt.

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